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Die Reederei Heinrich in Jork wird heute von Frau Dipl.-Ing. Petra Heinrich und ihrem Mann Kapt. Jens Robrahn geleitet. Frau Heinrich entstammt alten angesehenen Schifffahrtsfamilien. Die Reeder- und Seemannstradition währt bereits über Generationen und hat vielfältige Wurzeln.
Nach den ersten schriftlichen Aufzeichnungen, wurde 1865 vom Urgroßvater Johann Heinrich der Küstensegler "Amönitas" bei der Sietas-Werft bestellt und 1867 abgeliefert. Während der Bauzeit heiratete er die Tochter des Werftbesitzers.

Schiffsregisterauszug "Amönitas"
   

"Amönitas" von Johann Heinrich
Das Schiff konnte ca. 140 Tonnen laden, fuhr Stückgut und eventuell auch Sklaven nach Übersee. Das Schiff strandete in Brasilien und Johann Heinrich kam auf Holzpantinen als Überarbeiter bei der Reederei Hamburg Süd zurück. Insgesamt besaß er sieben Schiffe. 1872 strandete eines seiner Schiffe im großen Orkan bei Greifswald im Wald. Johann Heinrich war ein kleiner, drahtiger Mann, der mit 60 Jahren noch in die Masten kletterte.
   
Ein weiterer Urgroßvater war der Schiffszimmermann Oldhaver. Er fuhr bei der Reederei Sloman, wurde tödlich durch eine gebrochene Ankerkette verletzt und liegt in Genua begraben.
Mütterlicherseits besaßen die Urgroßväter Heinrich Knütel den "Hermann" und Heinrich Cordes die "Johanna". Die Schiffe konnten ca. 50 Tonnen laden, lagen viel in der Este und wurden dort gestakt oder von Land aus gezogen.
Keines dieser genannten Schiffe fuhr Obst aus dem Alten Land nach Hamburg, sondern waren mindestens in der europäischen Fahrt tätig.

"Hermann" in der Este
In den nächsten Generationen entwickelten sich die Reedereien weiter. Der Großvater Wilhelm Heinrich heiratete Paula Oldhaver, baute 1911 die "Capella" bei Sietas und bezahlte dafür 3.000 Mark. 1923 wurde in diesen 130 Tonnen tragenden Segler ein Motor eingebaut. 1927 verkaufte er dieses Schiff und erwarb einen neuen Fischtrawler der Stülcken-Werft und ließ diesen in Rendsburg verlängern. Laden konnte die neue "Capella" 200 Tonnen, hatte einen 100 PS Glühkopfmotor, der 20 Minuten vorgewärmt werden musste und den damalig hohen Verbrauch an Gasöl von 24 l/h hatte. 1935 wurde der Motor in einen Bergedorfer Motor mit 95 PS gewechselt und 1952 in einen MaK 6 Zylinder mit 240 PS. Damit erreichte das Schiff eine Geschwindigkeit von zwölf Knoten. Allerdings mussten in zehn Jahren 36 Kurbellager gewechselt werden. Die "Capella" wurde von seinem ältesten Sohn Henry Heinrich übernommen. Weitere Kinder waren Wilma Heinrich, die Kapitän Hinrich Brümmer heiratete und mit ihm das Küstenmotorschiff "Gorch Fock" betrieb, Hans Heinrich, der Vater von Petra Heinrich, Paul Heinrich, der nach dem 2.Weltkrieg 1947 einen Marinefährpram bei Sietas zum Frachter umbauen ließ und der Steuermann Helmut Heinrich.
   

Erste und zweite "Helga" vor der Sietas-Werft
Der andere Großvater von Petra Heinrich, Jonny Knütel, heiratete Meta Cordes, kaufte 1930 einen 1911 in Leiden gebauten, 175 Tonnen tragenden Logger, benannte diesen nach seiner ältesten Tochter "Helga", betrieb ihn zuerst mit seinem Bruder Hermann bis 1937 und verkaufte das 43 Jahre alte Schiff 1954.
   
Im selben Jahr baute Jonny Knütel auf der Sietas-Werft die zweite "Helga" und 1958 die "Karin". Bis 1962 war sein Schwiegersohn Hans Heinrich, der 1952 seine Tochter Helga heiratete, zu einem Drittel Miteigentümer an diesen beiden Schiffen. Dann übernahm Hans Heinrich die 450 Tonnen tragende "Helga" komplett und verkaufte seinen Anteil an der "Karin".

Hans und Helga Heinrich bekamen die Töchter Gunda und Petra. Petra Heinrich übernahm die Geschäftsführung der Reederei 1990.
Die Flotte wurde seit 1962 kontinuierlich vergrößert.

MS "Helga Gunda"
1963 bis 1966 / 820 tdw
MS "Petra Gunda"
1966 bis 1985 / 1.170 tdw
MS "Helga"
1981 bis 1992 / 2.830 tdw
MS "Petra Gunda"
1986 bis 1995 / 3.025 tdw
MS "Helga"
1992 bis 1998 / 4.145 tdw

 


"Lappland" am Burchardkai in Hamburg

Zur Zeit betreuen Frau Petra Heinrich und ihr Mann Kapt. Jens Robrahn die Schiffe "Lappland" (6862 t Tragfähigkeit), die "Page Akia" ex "Helgaland"
(8702 t Tragfähigkeit) und die "Anna Sirkka" (ca. 11.271 t Tragfähigkeit).
Die Reederei arbeitet seit 2007 in dem Jorker Reedereiverbund Este Shipmanagement GbR www.este-shipmanagement.de mit 2 weiteren Reedereien zusammen.



Außerdem ist Frau Heinrich seit Mai 2010 Vorsitzende des Reedervereins Unterelbe e.V. www.reederverein-unterelbe.de